Einspeisemanagement 2012 – Die wichtigsten Fakten
Mit Beginn des Jahres 2012 ist die Einspeisung von Solarstrom in das Stromnetz neu geregelt. Für Installateure und Besitzer von Solaranlagen ergeben sich dadurch wichtige Veränderungen: Denn Anlagen, die im Niederspannungsbereich einspeisen, müssen für die Verteilnetzbetreiber (VNB) von außen steuerbar und im Fall der Netzüberlastung abregelbar sein.

Die derzeitige Situation:
- Nur 40 von bundesweit 900 Verteilnetzbetreibern verfügen über technische Mittel zur Regelung von PV-Anlagen.
- Es gibt in Deutschland bislang keinen verbindlichen Standard für die Fernsteuerung von PV-Anlagen durch VNB.
- Das Forum Netztechnik/ Netzbetrieb im VDE (FNN) hat im Dezember 2011 eine Empfehlung zum Thema Einspeisemanagement veröffentlicht:
- Für Anlagen bis 100 Kilowatt empfiehlt das FNN den Einsatz von Rundsteuertechnik, welche mindestens die Befehle Einspeiseleistung 100% (EIN) und 0% (AUS) umsetzen können muss, um die Anlagen kurzfristig abzuregeln. Dies ist durch den Einsatz eines AC-Schütz möglich.
- Für Anlagen mit mehr als 100 Kilowatt installierter Leistung empfiehlt das Forum eine bidirektionale Kommunikation (zum Beispiel Rundsteuerempfänger mit fernauslesbarem Zähler) zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung und Abrufung der Ist-Einspeisung. Wichtig: Ältere Anlagen größer als 100 KW müssen spätestens bis 1.7.2012 mit einem Einspeisemanagement nachgerüstet werden!
- Für Anlagen bis 100 Kilowatt empfiehlt das FNN den Einsatz von Rundsteuertechnik, welche mindestens die Befehle Einspeiseleistung 100% (EIN) und 0% (AUS) umsetzen können muss, um die Anlagen kurzfristig abzuregeln. Dies ist durch den Einsatz eines AC-Schütz möglich.
Energiebau-Tipps für die Praxis:
- Der Installateur sollte sich kurzfristig mit seinem örtlichen VNB besprechen, welche Form der Netzsteuerung er nutzt. Diese Informationen sollten in die Planung und Angebotserstellung der Anlage einfließen.
- Es besteht eine Nachrüstpflicht für den Betreiber eine PV-Anlage, wenn sie noch nicht den Anforderungen entspricht. Bei Unterlassung ist der Vergütungsanspruch in Gefahr.
- Alle Wechselrichter im Energiebau-Sortiment sind bereits abregelungsfähig. Bei KOSTAL sind alle notwendigen technischen Vorrichtungen bereits integriert, bei SMA ist zusätzliches Equipment optional erhältlich.
- Der Installateur sollte genügend Platz bei der Planung für Extra- Equipment, wie das AC-Schütz, vorsehen.
Wichtige Dokumente zum Einspeisemanagement zum Download:
- FNN-Empfehlung zur Umsetzung des neuen EEG § 6
- Anwendungshinweis zum § 6 des Bundesumweltministeriums BMU
- Standardformular zum Einspeisemanagement des BSW
TV-Tipp: Das WDR Wissenschaftsmagazin Quarks & Co hat am 17.1.2012 das Thema Netzmanagement in der Sendung ‚Blackout Deutschland’ behandelt. Sehen Sie hier den Podcast zur Sendung.